Kein Wald - Kein Leben - Keine Zukunft

 „Unsere Heimat - der Südharz"
 


Zwischen der historischen Stadt Stolberg im Westen und der Rosenstadt Sangerhausen im Osten erstreckt sich dieses besondere Harzer Schmuckstück - der Südharz. Er beherbergt neben einer Vielzahl an verschiedenen Laub - und Nadelbaumarten, eine der bedeutendsten Gipskarstlandschaft Europas. 


Das besondere daran sind die Karsterscheinungen mit ihren verschiedenartigen morphologischen Bildungen. Die Karstprozesse sind an Gips- und Anhydritgestein gebunden. Darüber hinaus bestimmen klimatische Faktoren wie Niederschläge sowie geologische wie Schichtungen die Ausbildung der Karsterscheinungen.

Die Harzer Wälder wurden bis weit ins 19. Jahrhundert von den Menschen intensiv und vielfältig genutzt. Durch die historische Entwicklung von Bergbau- und Hüttenindustrie, wurden die Wälder des Harzes maßgeblich geprägt. Die dafür verbrauchende Menge an Holz und Holzkohle, selbst kleinste Holzsortimente und Stubben, waren enorm. Zu dieser Zeitpunkt waren die Nieder- und Mittelwälder die vorherrschende Bewirtschaftungsform. Außerdem war es üblich zu dieser Zeit, dass die Wälder noch landwirtschaftlich genutzt wurden, wie zum Beispiel als Waldweide mit Rinden. Das Laub der Bäume diente als Futter und Einstreu für die Stallungen und die im Wald wachsenden Gräser wurden gerupft oder gesichelt und dienten auch als Nahrung für die Tiere.

Aus diesem Grund hatte der Wald, durch die intensive und vielfältige Nutzung, ein anderes Aussehen als heute. Es war ein reiner Laubwald, der im Vergleich zu heute vorratsärmer war. Nur wenige Bäume wurde 80 Jahre und älter. Aufgrund dessen und den ständigen Bedarf an Holz für die Gruben und Hütten, führte es zu einer Übernutzung der Wälder. In der Nachkriegszeit sorgten großflächige Abholzungen für Kahlschläge. Die Separationen (Flurbereinigungen) bewirkten einen tiefgreifenden Wandel in der Landbewirtschaftung und dies wirkt sich natürlich auf das Landschaftsbild aus. Hutungsflächen wurden zu Ackerland, die Stallhaltung und -fütterung setzte sich weitestgehend durch und die Dreifelderwirtschaft wurde abgelöst durch die Fruchtwechselwirtschaft. Außerdem entstand ein systematisch angelegtes Netz von Feldwegen. Später wurde diese Art der landwirtschaftliche Nutzung schrittweise abgeschafft.

 

Geschichte ForstBild: privat


Zeitgleich vollzogen sich auch in der Waldbewirtschaftung weit reichende Veränderungen. Die zerstörten Waldbestände wurden durch eine planmäßige Wiederaufforstung generiert. In diesen Abschnitt erfolgte auch der Übergang von der Mittelwald- zur Hochwaldbewirtschaftung. Dies wurde geprägt, durch einen verstärkten Anbau von Nadelbäumen, insbesondere Fichte. Diese wurde wegen den schnellen Wachstum und der Robustheit angepflanzt.

Die dadurch entstandene „nachhaltige Forstwirtschaft“ war eine großartige Entwicklung. Diese hatte aber auch ihre Schattenseite. Denn die intensive Forstwirtschaft führte zu großflächigen und gleichaltrigen Fichtenforsten. Welches heute in weiten Bereichen des Oberharzes zu sehen sind. Dunkle Nadelwälder, das ist die Vorstellung der Menschen vom Harz. 

Aber in der Natur würde bis auf eine Höhe von 800 m der Baumbestand nur aus Buchen- und Buchen-Fichtenwäldern bestehen. In höheren Lagen würden die Wälder durch Fichten geprägt sein, denn in dieser Höhe unterliegt die Buche, der Fichte im Kampf um die Vorherrschaft. Deshalb es ist wichtig, den Mischwald zu bewahren und die Natur auch mal Natur sein zu lassen. Somit kann die Menschheit auch in Zukunft die vielfältigen Funktionen des Waldes nutzen.